Rastlos in Weißenfels

Andreas Kittel führt seit drei Jahrzehnten ein Autohaus in seiner Heimatstadt. Wie das Unternehmen in dieser Zeit stetig gewachsen ist.

Die lange geplante Jubiläumsfeier musste ausfallen, wurde vor Wochen wegen Corona abgeblasen. Vielleicht klappt’s ja im nächsten Herbst. Grund zum Feiern mit seiner Belegschaft hätte Andreas Kittel allemal. Immerhin hat sich die Autohaus Kittel GmbH in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einem starken Weißenfelser Unternehmen gemausert. Was am 1. Oktober 1990 mit sieben Mitarbeitern begann, ist heute eine GmbH mit 114 Beschäftigten, darunter zehn Azubis, in drei Betriebsteilen: das VW-Stammhaus in der Beuditzstraße sowie die Häuser für Audi und Skoda im Gewerbegebiet an der Käthe-Kollwitz-Straße.

„Am 1. Oktober 1990 war ich der jüngste VW-Händler in ganz Deutschland“, erzählt Andreas Kittel. Tief verwurzelt ist der heute 59-Jährige im Gebiet rund um die Beuditzstraße. „Fast mein ganzes Leben hat sich in einem Radius von 500 Metern abgespielt“, berichtet er mit einem Augenzwinkern. Katholischer Kindergarten, Beuditzschule, Lehre in der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) für Kraftfahrzeugtechnik in der Beuditzstraße. Da fällt nur das Kraftfahrzeugtechnik-Studium in Zwickau zwischen 1981 und 1985 aus dem Rahmen. Dann kehrt Kittel zurück in seinen kleinen Kosmos, repariert in der PGH Trabant und andere in der DDR gängige Kfz-Marken. Vor der Wende ist er technischer Leiter. „Mit der Aufbereitung von Bremsbacken, Motoren und Karosserien haben wir Geld verdient“, erzählt Kittel und ist noch heute seinem Lehrmeister Herbert Gerstner dankbar.

Die Wende eröffnet auch für den KfZ-Mechaniker neue Horizonte. Die Werkstatthalle der PGH wird 1990 das Kernstück des neuen Autohauses. „Im ersten Winter hatten wir in der Halle noch keine Heizung. Doch die Leute wollten Autos haben. Wir haben anfangs um jede Lieferung gekämpft“, erinnert sich Kittel an die Anfänge. 1995 wird in der Beuditzstraße der Neubau eröffnet. Andreas Kittel setzt mit seinem Unternehmen weiter auf Wachstum. Seit 2001 hat die GmbH mit dem Audi-Handel im Gewerbegebiet an der Käthe-Kollwitz-Straße ein zweites Standbein, 2015 kommt Skoda hinzu.

Kittel widerspricht nicht, wenn man ihn einen rastlosen Unternehmer nennt. In der Branche ist er gut vernetzt, ist Sprecher aller ostdeutschen VWNutzfahrzeuge-Händler. Mit zeitweiser Schließung des Verkaufsraumes und vorübergehend reduzierter Mannschaft hat die Firma den Corona-Stillstand im Frühjahr überstanden. Zu den aktuellen Herausforderungen gehört die Elektromobilität. An allen drei Standorten zusammen, so der Chef, gibt es mittlerweile zwanzig Ladepunkte. In jeden habe er – je nach Leistung und Stromart – zwischen 500 und 10.000 Euro investiert. „Wir erleben gerade einen Run auf Elektroautos“, so Kittels Erfahrung. Da locken die finanziellen Anreize des Staates, mitunter müssen längere Wartezeiten in Kauf genommen werden – im Extremfall bis zu einem Jahr.

Derweil steckt Andreas Kittel weiter voller Pläne. Gerade hat er das Gelände des ehemaligen Raumausstatters TTM-Markt in der Weißenfelser Max-Planck-Straße erworben und will dort eine optische Fahrzeugaufbereitung für alle Kfz-Marken aufbauen. Immer will der erfolgreiche Unternehmer, von dessen vier Kindern zwei in die Autobranche eingestiegen sind, dabei auch seiner Stadt etwas zurückgeben. Da ist das Werben um Nachwuchs. Mit der Beuditz- und der Ökowegschule hat die Firma Kooperationsverträge, regelmäßig kommen Schüler ins Skoda-Autohaus. Und da ist die Unterstützung für Vereine. Auch ohne Feier zum 30-jährigen Jubiläum denkt Kittel an das Weißenfelser Frauenhaus. Eine Spende von 1.000 Euro möchte er dort übergeben.

Andreas Kittel, hier an einer E-Ladestation, führt seit 30 Jahren erfolgreich sein Weißenfelser Unternehmen.

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